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Sport Region, 03.07.2010

Ruhpolding hat keine Chance als Olympiastandort 2018

Nachdem der Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer verlautbaren ließ, er halte Ruhpolding für einen "exzellenten Olympiastandort" und gegenüber Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler bekräftigte, er halte Ruhpolding im Vergleich zu Oberammergau für den "besseren Standort für olympische Biathlon-Wettbewerbe" (beides: Traunsteiner Tagblatt, 19.01.2010) widersprach Dr. Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nun heftig: Was Dr. Peter Ramsauer "im Traunsteiner Tagblatt erzählt, trifft definitiv nicht zu".

Als Reaktion auf Dr. Peter Ramsauers Aussagen hatte Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler dem Traunsteiner Tagblatt Informationen gegeben, Ruhpolding wolle zunächst keinen "Wind machen, sonst schaden wir der Bewerbung von München" und weiter: "Wenn München den Zuschlag erhalten hat, muss man die Karten neu mischen."
Der regionale Betreuungsabgeordnete Sepp Daxenberger informierte sich daraufhin bei Dr. Michael Vesper. Dieser machte klar, dass die er die Auffassung von Dr. Peter Ramsauer "deutlich zurückweisen" werde. In der Antwort an Sepp Daxenberger schrieb er: "Dessen Äußerungen sind bei uns auf ebenso viel Unverständnis gestoßen wie bei dir."

Daxenberger hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach "München + 4?, also eine Olympiabewerbung, die Ruhpolding mit einschließt öffentlich gefordert. Für den Fraktionsvorsitzenden der Bayerischen Grünen schien Ruhpolding aufgrund der vorhandenen Erfahrungen und der bestehenden Infrastruktur bestens für ein Großereignis, wie die Olympischen Spiele gerüstet - ganz im Gegensatz zu Oberammergau, wo selbst die Sportstätte noch errichtet werden muss. Er wurde aber dann im Austausch mit dem Generaldirektor des DOSB darauf verwiesen, dass eine Bewerbung unter Einbezug Ruhpoldings keine Chancen hätte und auch bei einer erfolgreichen Bewerbung nach dem Zuschlag nicht einfach weitere Standorte hinzugefügt oder verändert werden könnten. Vor dem Hintergrund dieser Informationen betonte Daxenberger immer wieder, dass er es mehr als bedaure und dies auch für falsch halte, dass aber Ruhpolding laut DOSB nicht als Austragungsort für Biathlon 2018 in Frage käme. "Anstatt Gedankenspiele zu ermöglichen, dass die Karten neu gemischt werden könnten, sollte Dr. Peter Ramsauer lieber die Karten auf den Tisch legen und zugeben, was Sache ist!" so Sepp Daxenberger. Der Bundesverkehrsminister hätte schon im Vorfeld seinen angeblichen Einfluss geltend machen könne, nun sei es hierfür zu spät.

(mw)  [Druckansicht] [Leserbrief schreiben]