Hört man sich in den Zügen der Südostbayernbahn um, behaupten immer wieder besonders schlaue Zeitgenossen, die Bahnstrecke München- Mühldorf würde bald ausgebaut werden.
Dies soll aus so manchem Briefwechsel der politisch handelnden Personen hervorgehen. Diese Interpretationen sind jedoch absolut falsch!
Nach dem Ausbau des zweigleisigen Abschnittes Ampfing- Altmühldorf und der Innbrücke bei Ehring, zwischen Mühldorf und Tüßling, ist vorerst Schluss mit Ausbauten und Baumaßnahmen!
Der zweigleisige Ausbau des Abschnittes Mühldorf- Tüßling wird derzeit am Zeichenbrett geplant, hinter der Finanzierung des Baues stehen nach wie vor große Fragezeichen. Selbst die Unterzeichnung einer sogenannten Finanzierungsvereinbarung verheißt noch lange nicht, dass Bundesverkehrsminister Ramsauer, als Vertreter der Bundesregierung, dafür das nötige Geld beschafft, um diesen Abschnitt bis zum Jahr 2015 ausbauen zu können.
Alle weiteren Versprechen und ungedachten Ausbaustufen, gerade Richtung München, können nicht einmal am Zeichenbrett ausgearbeitet werden! Die Kosten für derlei Detailplanungen betragen in der Regel ca. 25 Prozent der kalkulierten Gesamtsumme.
Wer im September 2010 in München seinen Ausbildungsplatz antritt, darf sich darüber freuen, dass das Gleisbett gerade erst renoviert wurde! Und weiter renoviert wird: Nächste Woche besteht Schienenersatzverkehr zwischen Schwindegg und Dorfen. Zum ersten Mal, seit mehr als fünfzehn Jahren.
Seit dieser Zeit verkehren zwar noch mehr Züge, mit dem Ergebnis, dass die schnelleren Verbindungen eingebremst wurden, um die desaströsen Fahrzeiten der Zwischenzüge zu minimieren.
Wer behauptet, bis zum Jahr 2020 würde sich zwischen Mühldorf und München in irgendeiner Weise etwas ändern, liegt falsch.
Derzeit ist nicht einmal bekannt, ob das weiterhin fehlende zweite Gleis zwischen Altmühldorf und dem Bahnhof Mühldorf, ergänzt wird. Diese zwei Kilometer wurden beim Ausbau Ampfing- Altmühldorf eingespart. Neuerdings kann man hier täglich beobachten, dass die aus München kommenden Züge in Altmühldorf am King Dom Park warten müssen, bis die Bahn entgegenkommende Güterzüge auf das zweite Gleis manövriert.
Dem Berufspendler- Nachwuchs bleibt nur die Wohnungssuche in München oder ein strapazierfähiges Nervenkostüm, für die tägliche Bahnfahrt.
Denn die politischen Versprechen und Forderungen des Bahnausbaues werden seit 1985 nicht eingehalten. Unabhängig davon, welche Koalition in Berlin an der Macht war.

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