Im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, der die Landkreise Rottal-Inn, Altötting und Mühldorf umfasst, ist die Arbeitslosigkeit im August im jahreszeitlich üblichen Rahmen angestiegen. Mit 6.944 lag die Zahl der Beschäftigungslosen um 516 oder acht Prozent höher als im Juli. Gegenüber dem August 2009 ist die Arbeitslosigkeit um 1.275 Personen oder gut 15 Prozent zurück gegangen.
,,Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August bewegt sich im für die Jahreszeit üblichen Rahmen. Während der Ferien- und Urlaubszeit werden weniger Personalentscheidungen getroffen und viele Jugendliche melden sich nach Abschluss einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung im Sommer bis zum Beginn eines Studiums arbeitslos", kommentiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen die neuen Zahlen vom Arbeitsmarkt. ,,Trotzdem bleibt die Quote unter der 4-Prozentmarke. In den kommenden Monaten wird es darauf ankommen, dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel durch Nutzung aller auf dem Arbeitsmarkt vorhandenen Potenziale zu begegnen."
Die Arbeitslosenquote betrug im August 3,9 Prozent und lag damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Vor einem Jahr hatte sie bei 4,7 Prozent gelegen.
Arbeitslosenzahl August 2010 + 516 auf 6.944
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich - 1.275
Arbeitslosenquote Augst 2010 3,9 Prozent
Arbeitslosenquote August 2009 4,7 Prozent
Bestand offene Stellen August 2010 1.251
Bestand offene Stellen im Vorjahresvergleich + 124
3.321 Arbeitslose aus dem Rechtskreis SGB III wurden von der Agentur für Arbeit betreut, 3.623 Arbeitslose zählten zum Rechtskreis SGB II in der Verantwortung der Arbeitsgemeinschaften für Grundsicherung (ARGEn).
Im August meldeten sich 2.438 Personen arbeitslos, das waren 48 oder zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.932 Personen ihre Arbeitslosigkeit, zwölf Personen oder knapp ein Prozent weniger als vor Jahresfrist.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist mit 1.867 im Vergleich zum Vormonat leicht um 21 oder ein Prozent angestiegen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist ein Anstieg um 97 oder gut fünf Prozent zu verzeichnen. Die Gruppe der Langzeitarbeitslosen profitiert damit weiterhin kaum vom Abbau der Arbeitslosigkeit.
Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im August gegenüber dem Vormonat um 305 (gut 42 Prozent) angestiegen und umfasst aktuell 1.019 Personen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist die Arbeitslosigkeit der Jüngeren um 442 Personen oder gut 30 Prozent zurückgegangen.
Der Anteil der Älteren ab 50 Jahren an der Arbeitslosigkeit liegt bei gut 31 Prozent. Dies entspricht einer Zahl von 2.177 Personen. Gegenüber Juli 2010 bedeutet dies einen Anstieg um 96 (gut vier Prozent). Gegenüber August 2009 ist ein Anstieg um 91 oder gut vier Prozent zu verzeichnen.
Der Stellenbestand im Bereich der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen ist gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. Mit 1.251 offenen Stellen waren es 39 Stellen mehr als im Juli (1.212). Im Vorjahresvergleich verzeichnete die Agentur einen Anstieg um 124 Stellen. Damit sind aktuell elf Prozent mehr Stellen im Bestand als noch im August letzten Jahres.
Im August wurden insgesamt 800 Stellen gemeldet, dies sind um sechs oder knapp ein Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August 2009 wurden um knapp sieben Prozent oder 50 Stellen mehr gemeldet.
Der aktuelle Stellenzugang kam vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe. Insbesondere stieg die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich Metall, Elektroberufe, Schreiner und Maler. Auch das Bauhauptgewerbe (Hoch und Ausbau) sucht weiterhin verstärkt nach Fachkräften. Ebenso sind in der Leiharbeit Stellenzugänge zu verzeichnen, insbesondere in den verarbeitenden Berufen und vorrangig Facharbeiter. Darüber hinaus wurde in den Bereichen Gastgewerbe, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verkehr und dem Pflege- und Gesundheitswesen eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften registriert.
Ausbildungsstellenmarkt
Die Betriebe investieren weiterhin in die Ausbildung von Fachkräften. Vom 01.10.2009 bis August 2010 wurden der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen mit 1.912 insgesamt 69 betriebliche Ausbildungsstellen mehr gemeldet als im Vorjahr. Dies ist ein Anstieg von knapp vier Prozent.
Bei den angebotenen Ausbildungsstellen waren deutliche regionale Unterschiede zu verzeichnen. In der Region Altötting lag der Schwerpunkt bei den Chemie- und Fertigungsberufen. Im Landkreis Mühldorf wurden überwiegend Ausbildungsstellen aus dem Bereich Büro, Handel und der industriellen Metall- und Fertigungsberufe angeboten. Im Landkreis Rottal-Inn verteilten sich die Ausbildungsangebote schwerpunktmäßig auf den Bereich der Handwerksberufe.
Die Entwicklung bei den gemeldeten Bewerbern um Ausbildungsstellen verhält sich leicht gegenläufig zu den betrieblichen Ausbildungsstellen. Hier sank die Zahl der Bewerber gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent von 2.013 auf 1.985. Am stärksten nachgefragt sind bei den Bewerbern betriebliche Ausbildungsstellen in Büro- und Verwaltungsberufen sowie Berufe im Bereich Handel.
Ende August waren 111 Bewerber noch unversorgt und 322 Berufsausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (- 62 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war größer (+42,5 Prozent). Die noch unversorgten Bewerber haben gute Chancen, zum Ausbildungsbeginn im September noch eine Lehrstelle zu finden.
Regionale Arbeitsmarktentwicklung
Hauptagentur Pfarrkirchen mit ARGE Rottal-Inn (Landkreis Rottal-Inn)
Im Landkreis Rottal-Inn ist im August die Zahl der Arbeitslosen um 245 oder 13 Prozent auf 2.151 angestiegen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres waren 295 oder zwölf Prozent Arbeitslose weniger registriert. Der Anstieg im August ist in der Hauptsache jahreszeitlich bedingt.
1.114 arbeitslose Menschen wurden durch die Agentur für Arbeit im Rechtskreis SGB III betreut, 1.037 waren der ARGE Rottal-Inn zuzuordnen.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,5 Prozent. Sie ist damit um 0,4 Prozentpunkte über dem Niveau des Vormonats. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im August noch 4,0 Prozent.
Im August meldeten sich 791 Personen arbeitslos. Das waren 150 Meldungen oder 23 Prozent mehr als im Vormonat und zwei Meldungen weniger als im Vorjahresmonat. Im gleichen Zeitraum konnten 551 Menschen die Arbeitslosigkeit beenden, 186 oder 25 Prozent weniger als im Vormonat, 93 oder 14 Prozent weniger als im August 2009.
520 Frauen und Männer waren im August langzeitarbeitslos. Die Zahl lag um 15 (drei Prozent) über dem Vormonat und 13 (drei Prozent) über dem Vorjahr. Mit einem Anteil von 24 Prozent stellt die Langzeitarbeitslosigkeit einen wesentlichen Block der Gesamtarbeitslosigkeit dar.
Beim Personenkreis der Jüngeren unter 25 Jahre waren im August 377 Arbeitslose gemeldet. Dieser Anstieg von 131 (53 Prozent) gegenüber dem Vormonat, der in erster Linie auf die Meldung von Fachschul- und Ausbildungsabsolventen zurück zu führen ist, stellt auch die wesentliche Ursache für den Anstieg hat der Arbeitslosigkeit insgesamt dar. Im Vergleich zum Vorjahr waren 93 (20 Prozent) Jüngere weniger gemeldet.
Die Arbeitslosigkeit der Älteren ab 50 Jahren lag im August mit 682 um 50 registrierte Arbeitslose (acht Prozent) über dem Vormonat und 66 (elf Prozent) über dem Vorjahresmonat. Diese Personengruppe konnte bisher von der positiven Gesamtentwicklung am wenigsten profitieren.
Im Landkreis Rottal-Inn ist ein leichter Anstieg beim Bestand an offenen Stellen zu verzeichnen. Mit 391 Stellen waren es um fünf (ein Prozent) mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist der Stellenbestand um 47 Stellen oder gut zehn Prozent gefallen.
Im August wurden insgesamt 226 Stellen gemeldet, dies sind um 48 oder 17 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum August 2009 wurden um knapp 19 Prozent oder 53 Stellen weniger gemeldet.
Im Landkreis Rottal-Inn hat die Nachfrage nach Arbeitskräften etwas nachgelassen. Daraus können aber noch keine Rückschlüsse auf eine etwaige konjunkturelle Abschwächung gezogen werden.
Geschäftsstelle Altötting mit ARGE Altötting (Landkreis Altötting)
Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Altötting ist im August saisonbedingt wieder gestiegen, lag aber deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Im August waren 2.295 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren um 158 mehr als im Juli, jedoch 442 (16 Prozent) weniger als noch vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,9 Prozent, nachdem sie im Juli 3,7 Prozent betragen hatte. Im August 2009 lag sie dagegen noch bei 4,7 Prozent. Damit verläuft die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Geschäftsstelle Altötting ähnlich wie übrigen Agenturbezirk.
52 Prozent (1.183 Personen) der Arbeitslosen im Landkreis Altötting waren bei der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III) gemeldet, auf die ARGE Altötting (Rechtskreis SGB II) entfielen 48 Prozent (1.112 Personen).
Im August meldeten sich 845 Personen arbeitslos; das waren 166 (24 Prozent) mehr als im Vormonat und 80 (zehn Prozent) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 689 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 35 oder fünf Prozent mehr als im August 2009.
560 Frauen und Männer waren im August langzeitarbeitslos. Die Zahl lag um 12 (zwei Prozent) über dem Vormonat und 34 (sieben Prozent) über dem Vorjahr. Mit einem Anteil von gut 24 Prozent stellt die Langzeitarbeitslosigkeit einen wesentlichen Block der Gesamtarbeitslosigkeit dar.
Beim Personenkreis der Jüngeren unter 25 Jahren waren im August 319 Arbeitslose gemeldet. Damit hat sich deren Zahl gegenüber dem Vormonat sehr deutlich um 84 (36 Prozent) erhöht. Dieser Anstieg ist jahreszeitlich üblich und kommt dadurch zu Stande, dass sich viele Jugendliche nach Abschluss einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung im Sommer bis zum Beginn eines Studiums arbeitslos melden. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres liegt die Zahl der Arbeitslosen aus dieser Personengruppe aber immer noch um 164 (34 Prozent) deutlich niedriger.
Die Arbeitslosigkeit der Älteren ab 50 Jahren ist im August wieder leicht auf 744 Personen gestiegen, dies waren 33 (fünf Prozent) mehr als noch im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahreswert ist ein Anstieg um 24 oder drei Prozent zu verzeichnen. Diese Personengruppe konnte bisher von der positiven Gesamtentwicklung am wenigsten profitieren.
Im Landkreis Altötting ist ein leichter Rückgang beim Bestand an offenen Stellen zu verzeichnen. Mit 357 Stellen waren es um drei (ein Prozent) weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist der Stellenbestand um elf Stellen oder drei Prozent gefallen.
Im Landkreis Altötting kamen in erster Linie Stellen von Leiharbeitsfirmen. Aber auch aus dem Metall- und Elektrobereich, dem Bau- und Baunebengewerbe waren Stellenzugänge zu verzeichnen.
Geschäftsstelle Mühldorf mit ARGE Mühldorf (Landkreis Mühldorf)
Im Landkreis Mühldorf ist die Zahl der Arbeitslosen im August um 113 (knapp fünf Prozent) auf 2.498 angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt ein Rückgang der Arbeitslosen um 538 Personen (knapp 18 Prozent) vor.
1.024 Arbeitslose waren bei der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III) gemeldet, auf die ARGE Mühldorf (Rechtskreis SGB II) entfielen 1.474 arbeitslose Menschen.
Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Die Vorjahresquote lag mit 5,3 Prozent um einen Prozentpunkt über dem aktuellen Wert.
Im August meldeten sich 802 Personen arbeitslos, dies waren 49 oder gut sechs Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August 2009 meldeten sich 30 Personen (gut drei Prozent) weniger arbeitslos. Gleichzeitig konnten 692 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 36 oder gut fünf Prozent mehr als im Vormonat, und 46 oder sieben Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag im August mit 787 Personen im Vergleich zum Vormonat um sechs Personen oder knapp ein Prozent niedriger. Gegenüber August 2009 ist ein Anstieg um 50 Personen oder knapp sieben Prozent zu verzeichnen. Diese Personengruppe konnte bisher von der positiven Gesamtentwicklung am wenigsten profitieren.
Die Arbeitslosigkeit der Jüngeren unter 25 Jahren ist gegenüber dem Vormonat um gut 38 Prozent (90 Arbeitslose) auf nun 323 Arbeitslose gestiegen. Dieser Anstieg ist jahreszeitlich üblich und kommt dadurch zu Stande, dass sich viele Jugendliche nach Abschluss einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung im Sommer bis zum Beginn eines Studiums arbeitslos melden. Im Vorjahresvergleich ist ein Rückgang um gut 36 Prozent (185 Arbeitslose) zu verzeichnen.
Im Landkreis Mühldorf liegen die Stellenbestände mit 503 um 57 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (321). Im Vergleich zum Vormonat war der Bestand um 37 Stellen oder knapp acht Prozent höher.
Im August wurden in der Geschäftsstelle Mühldorf 327 Stellenzugänge gemeldet. Dies sind im Vergleich zum Vormonat um 42 Stellen mehr (plus 15 Prozent). Im Vorjahresvergleich stiegen die Meldungen neuer Stellen um 122 oder 60 Prozent deutlich an. Damit erlebt der Stellenmarkt im Landkreis Mühldorf weiterhin eine starke Nachfrage.
Besonders hoch war die Nachfrage nach Fachkräften, insbesondere im Bereich Metall- und Elektrohandwerk und im Baugewerbe. Aber auch bei Industriebetrieben herrscht weiterhin ein hoher Kräftebedarf, der jedoch häufig über Leiharbeit abgedeckt wird.

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