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Ortsinfo Rattenkirchen

Rathaus: Kirchenstraße 5, D- 84431 Rattenkirchen
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Nachrichten aus Rattenkirchen

Politik 10.06.2010

,,Mei Wirt" Peter Krell: ,,Ja zum echten Nichtraucherschutz"

Sebastian Frankenberger, bayernweiter Initiator und Organisator des Volksbegehrens ,,Für echten Nichtraucherschutz" höchstpersönlich fand sich beim Treffen des lokalen Aktionskreises Mühldorf im Bürgerhaus in Rattenkirchen ein, um die Kampagne für den bevorstehenden Volksentscheid am 4. Juli zu starten. Reinhard Retzer ÖDP-Kreisvorsitzender und Sprecher des lokalen Aktionskreises erklärte, man habe sich in im schmucken Bürgerhaus der Rattenkirchener getroffen, weil sich die Dorfgemeinschaft geeinigt habe, diesen Treffpunkt absolut rauchfrei zu betreiben. ,,In den Räumen unseres Bürgerhauses in Rattenkirchen wird nicht geraucht und alle finden es gut, auch die Raucher", erklärte der Geschäftsführer des Bürgerhauses Peter Krell gleich zu Beginn der Veranstaltung. ,,Daneben genießen es auch die Frauen, wenn der Mann nicht den Gestank kalten Rauches vom Wirtshaus mit nach Hause bringt". Heftig widersprach er der Aussage, nach der eine rauchfreie Gastronomie sich nicht tragen würde. ,,Der Erfolg des Bürgerhauses belegt Gegenteil!", meinte der ehemalige Schulamtsleiter und rief auf, am beim Volksentscheid am 4. Juli mit Ja für einen konsequenten Nichtraucherschutz zu stimmen.

Auch wenn das Volksbegehren von knapp 1,3 Mio Bürgerinnen und Bürgern große Unterstützung erfuhr, werde der Entscheid bestimmt kein Selbstläufer, stellte Sebastian Frankenberger in seinen Ausführungen fest: ,,Die Tabaklobby wird eine massive Gegenkampagne fahren, weil von Bayern eine Signalwirkung für Deutschland. Wir haben bei weitem nicht die finanziellen Mittel wie die Tabakindustrie, die u. A. auch vom Spielautomatenverband unterstützt wird." Und so setze das Aktionsbündnis, dem auch der BLSV angehöre, wie schon beim Volksbegehren auf das breite bürgerschaftliche Engagement vieler Personen und Aktionskreise vor Ort. Ziel sei ein klarer Erfolg des konsequenten Nichtraucherschutzes bei einer Wahlbeteiligung von 50 % plus x. Mit welchen Bandagen gekämpft werde wurde deutlich, als Fankenberger berichtete, dass die Deutsche Bahn dem ,,Bündnis für echten Nichtraucherschutz" es nicht erlaube auf ihrem Gelände für den Volksentscheid zu werben. ,,Der Tabaklobby hingegen werden Werbeflächen im Bereich der Bahnhöfe zur Verfügung gestellt", worüber Dr. Georg Gafus sich befremdet zeigte: ,,Wie verträgt sich das mit dem Bild von rauchfreien Bahnhof mit dem die Bahn wirbt?"

Dr. Hans Dworzak, Arzt und ehemaliger Chefanästhesist des Klinikums Mühldorf warb ebenfalls, beim Volksentscheid mit Ja zu stimmen. Er rückte die Prävention vor den Gefahren des Rauchens in den Blick. ,,Erziehung, Aufklärung und freiwillige Vereinbarungen bezüglich des Rauchens in der Gastronomie führen nicht zum Erfolg. Die Nichtraucher, besonders die Jugendlichen müssen per Gesetz vor den Gefahren des Passivrauchens und vor dem Einstieg in eigene Suchkarriere geschützt werden", so Dworzak.

Kreisrat Oskar Rau von den Grünen warnte vor den bevorstehenden subtilen Kampagnen der Tabaklobby, die sicher wieder das Bild von der Zigarette und dem Bier als Zeichen bayerischer Gemütlichkeit bemühen werden. Dass es ohne rauchende Zigarette für alle Beteiligten gemütlicher sei, zeige das Bürgerhaus in Rattenkirchen. Reinhard Retzer bemerkte am Schluss, dass nach der Aufweichung des Nichtraucherschutzes durch die Staatsregierung, allein ein klares Ja beim bevorstehenden Volksentscheid für klare Luft und klare Verhältnisse in der bayerischen Gastronomie sorgen werde. ,,Ansonsten wird sich der Nichtraucherschutz wieder in Rauch auflösen".

(re)